Jury

RING AWARD-JURY

Elisabeth Sobotka, Intendantin Oper Graz
Vorsitzende der RING AWARD-Jury

Elisabeth Sobotka studierte Musikwissenschaft und diplomierte mit einer Arbeit über den Dirigenten Franco  Faccio. Anschließend arbeitete sie in den künstlerischen Betriebsbüros der Salzburger Festspiele und Jeunesses musicales in Wien. Louwrens Langevoort holte sie 1992 nach Leipzig, wo sie zweieinhalb Jahre mit Udo Zimmermann zusammenarbeitete. Ab 1994 war sie acht Jahre lang Chefdisponentin der Wiener Staatsoper. Im Herbst 2002 wurde sie von Daniel Barenboim und Peter Mussbach als Operndirektorin der Berliner Staatsoper Unter den Linden engagiert. Seit September 2009 ist Elisabeth Sobotka Intendantin der Grazer Oper. Ab 1. Jänner 2015 wird sie künstlerische Leiterin der Bregenzer Festspiele.

Philip Bröking, Operndirektor der Komischen Oper Berlin

Philip Bröking ist der neue Vertreter der Komischen Oper Berlin in der Jury des Ring Award 2014. Er stammt aus Wuppertal und begann seine Theaterlaufbahn 1986 als Mitbegründer des TIC – Theater in Cronenberg. Nach Engagements am Stadttheater Pforzheim (1989 bis 1992) als Leiter des künstlerischen Betriebsbüros und an den Bühnen der Hansestadt Lübeck (1992 bis 1997) als Referent des Generalintendanten und Chefdisponent wechselte Philip Bröking an das legendäre Bremer Theater unter der Intendanz von Klaus Pierwoß. In seiner dortigen Funktion als Künstlerischer Betriebsdirektor war er u. a. verantwortlich für die Besetzungsplanung des Musiktheaters, die Gesamtplanung des Vierspartentheaters, die Zusammenstellung eines umfangreichen Gastspielprogramms und verschiedene Sonderprojekte.

Im Sommer 2004 begann Philip Bröking an der Komischen Oper Berlin zunächst als Künstlerischer Betriebsdirektor. Seit der Saison 2005/06 ist er als Operndirektor im Haus an der Behrenstraße tätig und unterrichtet seit 2008 regelmäßig an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und an der Shanghai Theatre Academy.

Gerhard Brunner

Gerhard Brunner wurde in Villach geboren und studierte in Wien Rechtwissenschaften. Von 1958 bis 1975 freischaffender Journalist für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkstationen, u. a. „Stuttgarter Zeitung“, „Die Welt“, „Kronen Zeitung“, „Express“, „Neue Zeit“, „Kurier“, „Basler Zeitung“, „Neue Zürcher Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine“, „Süddeutsche Zeitung“, „Die Zeit“ und „Opernwelt“ sowie WDR, NDR, HR, SFB und ORF. Mitarbeiter an den Enzyklopädien „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ (Bärenreiter) und „The New Grove Dictionary of Music and Musicians“ (Macmillan).  Von 1968 bis 1970 fungierte er als Lehrbeauftragter an der Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Weitere berufliche Highlights waren u. a. 1981-1987 Anstellung als Lehrbeauftragter am Institut für Theaterwissenschaften, Universität Wien; 1976-1990 Direktor (1990-1991 künstlerischer Berater) des Balletts der Wiener Staatsoper; 1976 künstlerischer Berater für das New Dance Festival beim „steirischen herbst“, Graz; 1969 künstlerischer Berater für das Ballettfestival der Wiener Festwochen; 1982 Gründer und Künstlerischer Leiter der Wiener Internationalen Festivals TANZ ’82, ’84, ’86, ’88, ’90, ’92, ’94, ’96, ImPuls/TANZ’98.
1990-2001 Intendant der Vereinigten Bühnen Graz/Steiermark.
2001 fünffache Auszeichnung durch 50 Kritiker der Zeitschrift „Opernwelt“: „Opernhaus des Jahres“: Graz; „Aufführung des Jahres“: Falstaff; „Regisseur des Jahres“: Peter Konwitschny; „Bühnenbildner des Jahres“: Jörg Koßdorff; „Sänger des Jahres“: Jaček Strauch.
1997-2008 Mitbegründer und Juror des RING AWARD, Internationaler Wettbewerb für Regie und Bühnenbild (in Zusammenarbeit mit dem Wagner Forum Graz), 2001 Ehrenmitglied des Wagner Forum Graz.
Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a.: 2001 Silberner Panther des Steirischen Blasmusikverbandes; 2001 Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Graz; 2001 Goldenes Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

Serge Dorny, Generaldirektor der Opéra National de Lyon 

Serge Dorny wurde in Belgien geboren und studierte zunächst Kunstgeschichte, Archäologie, Musikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft an der Universität sowie am Konservatorium in Gent. Erste Stationen seiner beruflichen Laufbahn waren das Théâtre de la Monnaie in Brüssel unter Gérard Mortier (1983) und das Festival von Flandern, dessen künstlerischer Leiter er im Jahr 1987 wurde. 1996 übernimmt Dorny die Generaldirektion und die künstlerische Leitung des London Philharmonic Orchestra. Seit Januar 2003 ist er Generaldirektor der Opéra National de Lyon. Neben diesen Aktivitäten ist Dorny bei diversen Wettbewerben beratend tätig: in Helsinki und Bamberg (Dirigat) und beim Internationalen Musikwettbewerb Königin Elisabeth (Gesang).

Peter Konwitschny, Regisseur

Peter Konwitschny kam in Frankfurt am Main zur Welt. Nachdem er in Berlin das Studium der Opernregie absolviert hatte, war er von 1971 bis 1979 als Regieassistent am Berliner Ensemble engagiert. Seit 1980 inszeniert er im gesamtdeutschen Sprachraum. Mittlerweile sind seine Arbeiten auch in Amsterdam, Barcelona, Kopenhagen, Lissabon, Moskau, Oslo und Japan zu sehen. Theatergeschichtliche Bedeutung erlangte sein konzeptioneller und struktureller Neuansatz bei der szenischen Interpretation Händelscher Opern, mit dem er ab 1984 eine Ära der Händelpflege in Halle begründete. Ebenso eröffneten seine Interpretationen von Parsifal und Tristan und Isolde (München), Tannhäuser (Dresden), Lohengrin und Die Meistersinger von Nürnberg (Hamburg), Götterdämmerung (Stuttgart) und Der fliegende Holländer (Moskau) eine neue Phase der Auseinandersetzung mit dem Werk Richard Wagners. Ab 1998 Konzentration der Arbeit an der Hamburgischen Staatsoper zusammen mit Ingo Metzmacher, dort elf Inszenierungen bis 2005, wofür die Hamburgische Staatsoper als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Wichtige Inszenierungen der letzten Jahre waren u. a. Don Carlos und Moses und Aron (Hamburg), Elektra (Kopenhagen), Don Giovanni, Così fan tutte und Das Land des Lächelns (Komische Oper Berlin), Al gran sole carico d’amore (Hannover) und Salome (Amsterdam). Peter Konwitschny wurde von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ insgesamt fünf Mal als „Regisseur des Jahres“ ausgezeichnet, erhielt 1993 den Konrad-Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste, 2005 – als erster Opernregisseur – den Theaterpreis Berlin und 2007 den Theaterpreis des Internationalen Theaterinstituts. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Berlin, Leipzig, Hamburg und Dresden. Seit 2002 hat er eine Honorarprofessur an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin inne, und von 2008 bis 2011 war er Chefregisseur der Oper Leipzig, an der er u. a. Alkestis und Iphigenie in Aulis inszenierte. Erstmals an der Oper Graz arbeitete er 1991 (Die verkaufte Braut). Hier folgten u. a. MadamE Butterfly, Die Entführung aus dem Serail, Aida, La Bohème, Macbeth, Falstaff (2001 von der „Opernwelt“ zur „Aufführung des Jahres“ gewählt), und schließlich 2011 La traviata und Pique Dame. Shakespeares König Lear inszenierte er 2009 am Schauspielhaus Graz, wo im Dezember 2012 seine Inszenierung von Goethes Faust Premiere hat. Im Sommer 2013 inszeniert er am Theater an der Wien Verdis Attila.

Jörg Kossdorff

Jörg Koßdorff, in Graz geboren, studierte an der Technischen Hochschule Graz Architektur. Bereits als Kind wirkte er als Statist am Theater mit und arbeitete während des Studiums nebenbei bei den Vereinigten Bühnen Graz – zunächst als Assistent in der Technischen Direktion, ab 1967 auch als Bühnenbildner und schließlich 25 Jahre lang als Technischer Direktor. Nach dem überraschenden Abgang von Karen Stone übernahm er 2003 interimistisch das Amt des Intendanten an der Oper Graz, das er dann bis 2009 als Intendant ausüben sollte. Seit mehr als 50 Jahren war er im Grazer Opernhaus tätig, arbeitete mit Größen wie u. a. Axel Corti, Jorge Lavelli, Christian Pöppelreiter, Peter Konwitschny zusammen. Mit Christian Pöppelreiter verwirklichte er 23 Produktionen, die in Graz zu großen Erfolgen wurden. Pöppelreiter würdigte Koßdorff’s „metaphorische Bühnenräume“, in denen immer ein Geheimnis vibriert. Für sein Bühnenbild zu FALSTAFF wurde Jörg Koßdorff 2001 von der Fachzeitschrift „Opernwelt“ als „Bühnenbildner des Jahres“ ausgezeichnet. In Anerkennung seiner Verdienste um das kulturelle Leben der Steiermark wurde ihm 2004 das Große Ehrenzeichen und 2009 das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen. 2012 erhielt er die Bürgerwürde von der Stadt Graz.

Stephan Mösch

Stephan Mösch studierte Musik-, Theater- und Literaturwissenschaft in Berlin sowie Gesang an der dortigen Universität der Künste und an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Er war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Richard-Wagner-Stipendienstiftung. Noch während des musikpraktischen Studiums: Domgraf Fassbaender Preis 1989, Preisträger beim Deutschen Musikwettbewerb 1990.
Promotion mit einer Studie zu Boris Blacher (2002 erschienen im Metzler Verlag). Habilitation mit einer Arbeit über Wagners PARSIFAL: „Weihe, Werkstatt, Wirklichkeit. ‚Parsifal’ in Bayreuth 1882-1933“ (Bärenreiter Verlag, 2. Auflage 2012). Beide Monografien wurden mit Preisen ausgezeichnet.
Lehraufträge an den Universitäten Berlin (UdK),  Marburg, Wien und Zürich. Verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift „Opernwelt“. Mitherausgeber des Jahrbuchs OPER und einer CD-Reihe. Langjähriger Autor im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“; Radiosendungen für zahlreiche ARD-Anstalten; Fernsehmoderation für ARTE; Vortragstätigkeit im In- und Ausland; Konzeption und Durchführung von Kongressen in Berlin und Bayreuth/Thurnau.
Veröffentlichungen zur Musikgeschichte des 18. bis 21. Jahrhunderts, zu Theorie und Praxis des Gesanges, zur Librettogeschichte, zur Musikvermittlung und zum Thema Musik und Medien.
Jurymitglied u. a .: Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Berlin); Bundeswettbewerb Gesang (Berlin); Paula-Salomon-Lindberg-Liedwettbewerb (Berlin); Competizione dell’Opera (Dresden); Internationaler Wettbewerb für Liedkunst (Stuttgart); Concours Ernst Haefliger (Bern); Belvedere-Wettbewerb (Wien); RING AWARD – Internationaler Wettbewerb für Regie und Bühnengestaltung (Graz).

Dietmar Schwarz, Intendant Deutsche Oper Berlin

Dietmar Schwarz wurde in Biberach an der Riss geboren. Er studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in München und an der Pariser Sorbonne. Seine Stationen waren das Theater Freiburg, das Bremer Theater und die Oper Frankfurt. Von 1990 bis 1993 war er Künstlerischer Leiter des Ruhrgebiets-Festivals Aufbrechen Amerika. 1994 kehrte er als leitender Dramaturg für Musiktheater an das Bremer Theater zurück. Ab 1998 war er Operndirektor am Nationaltheater Mannheim. Seit 2006 ist er Operndirektor am Theater Basel. Unter seiner Leitung wurde die Basler Oper in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“ zum „Opernhaus des Jahres 2009“ gewählt. Dietmar Schwarz übernimmt mit der Spielzeit 2012/13 die Intendanz der Deutschen Oper Berlin. Er tritt die Nachfolge von Kirsten Harms an, deren Vertrag im Sommer 2011 endet. In der Spielzeit 2011/12 wird die Deutsche Oper Berlin kommissarisch vom Generalmusikdirektor, Kaufmännischen Geschäftsführer und Operndirektor geleitet. Schwarz erhält einen Intendantenvertrag bis 2017.

Peter Spuhler, Generalintendant Staatstheater Karlsruhe

Peter Spuhler wurde 1965 in Berlin geboren. Er studierte Regie und Dramaturgie am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und erhielt sein Diplom mit Auszeichnung sowie einen Preis des Österreichischen Wissenschaftsministeriums für seine Diplominszenierung. Nach diversen Hospitanzen und Regieassistenzen an verschiedenen Wiener Theatern arbeitete er 1990/91 als Dramaturg am Schauspielhaus Wien. Ab 1993 übernahm er für drei Jahre die Leitung des Kinder- und Jugendtheaters und war Regisseur und Dramaturg am Theater der Altmark/Landestheater Sachsen Anhalt-Nord in Stendal.  Später wechselte er zum Volkstheater Rostock, wo er während seiner Amtszeit verschiedene Leitungspositionen bekleidete. So war Spuhler leitender und geschäftsführender Dramaturg und übernahm die dortige Schauspieldirektion. Im Anschluss daran wurde Peter Spuhler zum Intendanten des Landestheaters Württemberg-Hohenzollern in Tübingen/Reutlingen gewählt. In Anerkennung seiner Arbeit erhielt er zum Abschied die Hölderlin-Medaille der Stadt. Ab der Spielzeit 2005/06 war Peter Spuhler Intendant des Theaters und Philharmonischen Orchesters der Stadt Heidelberg. Mit dem gewagten Spielplan, den er mit Deutschlands jüngstem Generalmusikdirektor, Cornelius Meister, Operndirektor Bernd Feuchtner und Schauspieldirektor Axel Preuß realisierte, erreichte er überregionales Ansehen. 1996 war Spuhler Mitbegründer des „Forums junge Dramaturgie“ innerhalb der Dramaturgischen Gesellschaft, deren langjähriges Vorstandsmitglied und deren Vorsitzender er seit 2007 ist. Darüber hinaus ist er Mitglied der Intendantengruppe des Deutschen Bühnenvereins, des Verleger- und Rundfunkausschusses des Bühnenvereins sowie Stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrats des Bühnenvereins und des Verwaltungsrats der Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen. Immer wieder arbeitet er auch als Gastdozent, so an der Ludwig-Maximilians-Universität München in Verbindung mit der dortigen Theaterakademie und an den Universitäten von Mannheim und Heidelberg. Seit Juli 2006 ist Peter Spuhler, der innerhalb seiner Heidelberger Intendanz auch die Festivals „Heidelberger Stückemarkt“, „Heidelberger Schlossfestspiele“ und „Winter in Schwetzingen“ verantwortet, Sprecher der Festivalgruppe der Metropolregion Rhein-Neckar, die sich mit der Profilierung der Metropolregion als Festivalregion beschäftigt. Darüber hinaus ist das Heidelberger Theater seit kurzem Mitglied von „Opera Europa“ und „European Theatre Convention (ETC)“, den beiden wichtigsten Verbänden der europäischen Theaterszene. Zur Spielzeit 2011/12 wechselte er als Generalintendant ans Staatstheater Karlsruhe.

INTENDANTEN-JURY

Anna Badora, Intendantin Schauspielhaus Graz
Vorsitzende der Intendanten-Jury

Anna Badora wurde 1951 in Tschenstochau/Polen geboren und besuchte die Staatliche Hochschule für darstellende Kunst in Krakau. Danach studierte sie als erste Frau das Fach Regie am Max Reinhardt Seminar in Wien und schloss ihr Studium 1979 mit Auszeichnung ab. Außerdem hospitierte sie währenddessen bei Giorgio Strehlers KÖNIG LEAR-Inszenierung am piccolo teatro in Mailand und assistierte anschließend in Berlin bei Peter Zadek und Klaus-Michael Grüber. 1982-1984 war sie als Regieassistentin am Schauspielhaus Köln engagiert, wo sie auch selbst inszenierte. Von 1984 bis 1986 arbeitete sie zunächst als freie Regisseurin u. a. in Basel, Essen, Ulm und war ab 1986 für zwei Jahre fest in Basel engagiert. 1991-1996 war Anna Badora Schauspieldirektorin am Staatstheater Mainz und von 1996 bis 2006 Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses. 2006 wurde sie geschäftsführende Intendantin des Schauspielhauses Graz und führte dieses Haus als erstes und bislang einziges österreichisches Theater in die ‚Union des Théâtres de l’Europe’. Am 26. Oktober 2011 wurde Anna Badora von der Tageszeitung ‚Die Presse’ als ‚Österreicher(in) des Jahres’ in der Kategorie Kulturmanagement geehrt. Mit der Uraufführung von Daniel Kehlmanns erstem Theaterstück GEISTER IN PRINCETON mit Johannes Silberschneider in der Hauptrolle eröffnete Anna Badora ihre sechste Spielzeit 2011/2012 in Graz. Im November 2012 erhielt sie für diese Produktion den Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie ‚Beste Bundesländeraufführung’.

Ole Wiggo Bang, Intendant Värmlandsoperan, Karlstad, Schweden

Ole Wiggo Bang begann seine künstlerische Laufbahn als Dirigent 1975 in Norwegen. In den 1970er und ’80er-Jahren dirigierte er die meisten norwegischen und schwedischen Orchester und war Chefdirigent der Oper Göteborg (Stora Teatern) bis 1982, als er – erst dreißigjährig –zum Intendanten der Värmland-Oper ernannt wurde. Bei seinen auf Schweden konzentrierten Aktivitäten entwickelte er die Värmland-Oper aus einem sehr kleinen Musiktheater zu einem der bedeutendsten Opernhäuser Skandinaviens. Seine Erfolge umfassen herausragende Opernprojekte wie die komplette Aufführung des RING innerhalb einer Woche oder die Produktion unbekannter Musicals in Schweden. Abgesehen von seinen Unternehmungen in Schweden war er in der Mitte der 1990er-Jahre auch Künstlerischer Leiter des Internationalen Festivals in Bergen.

Aviel Cahn, Intendant De Vlaamse Opera, Antwerpen, Belgien

Aviel Cahn studierte an der Universität Zürich Klavier, Gesang und Rechtswissenschaften. Noch während seines Studiums leitete er eine eigene Künstleragentur, führte das künstlerische Büro des Zürcher Kammerorchesters unter Howard Griffiths und arbeitete in der Verwaltung für die Nureyev Foundation. In den Jahren 2000-2001 baute er mit dem Dirigenten Muhai Tang in Peking die erste reguläre Konzert-Saison nach westlichem Vorbild für das China National Symphony Orchestra auf. An der Finnischen Nationaloper in Helsinki war Cahn von 2001 bis 2004 Direktor der künstlerischen Planung. Dazu hat er mit der Großproduktion der Rossini-Oper IL VIAGGIO A REIMS, für die er den Literaturnobelpreisträger Dario Fo als Regisseur und Ausstatter gewinnen konnte, europaweit für Aufsehen gesorgt.  Danach leitete Cahn die Oper am Stadttheater Bern. Er war bei seinem Amtsantritt in Bern 2004 mit 30 Jahren der jüngste Operndirektor.
2006 rief Aviel Cahn den Concours Ernst Haefliger, den ersten internationalen Gesangswettbewerb für junge Opernsänger und Opernsängerinnen in der Schweiz, ins Leben. Er blieb künstlerischer Direktor des Wettbewerbs bis 2009 und wurde dann von Dominique Mentha abgelöst. Für die Saison 2007-2008 war er auch zusammen mit Chefdirigent Muhai Tang Direktor des Zürcher Kammerorchesters. Seit Januar 2009 ist er Intendant der Flämischen Oper (De Vlaamse Opera) in Antwerpen/Gent. Regisseure wie Michael Thalheimer, Peter Konwitschny oder Calixto Bieito brachte er zum ersten Mal nach Belgien und machte sein Haus zu einer der wichtigsten belgischen Bühnen für innovatives Musiktheater.

Roland Geyer, Intendant Theater an der Wien

Roland Geyer wurde am 29. Dezember 1952 in Wien geboren und studierte Wirtschaftsmathematik an der Technischen Universität Wien, Sportwissenschaften an der Universität Wien sowie Kulturmanagement an der Musikhochschule. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre war Geyer fünf Jahre lang als EDV-Analytiker in einer Computerfirma sowie als EDV-Ausbilder am Wirtschaftsförderungsinstitut Wien tätig. Im Jahr 1983 gründete er die Amstettener Sommerfestspiele, leitete in den Jahren 1987 bis 1996 die Jeunesse Musicale und übernahm anschließend die Leitung des Wiener KlangBogen und des OsterKlang-Festivals. 1996 trat er seinen Posten als Wiener Musikintendant an und zeichnete für jährlich rund 70 Konzerte und Musiktheaterproduktionen verantwortlich. 2006 übernahm er die Intendanz des als Opernhaus neupositionierten Theater an der Wien. Mit Schwerpunkten auf barockem und zeitgenössischem Musiktheater, der Präsentation internationaler Koproduktionen sowie der Einbindung des RSO Wien und der Wiener Symphoniker als Opernorchester erspielte sich das Haus einen wesentlichen Platz in der Musiklandschaft der Bundeshauptstadt. 1995 wurde Geyer mit dem ‚Ordre des Arts et des Lettres’ des französischen Kulturministeriums für Verdienste um die französische Musik in Wien ausgezeichnet, 2002 erhielt er das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, 2009 das Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Tatjana Gürbaca, Operndirektorin Staatstheater Mainz

Tatjana Gürbaca, mehrfach in der Zeitschrift ‚Opernwelt’ für ihre Produktionen nominiert, war Preisträgerin im Finale des RING AWARD 2000 und inszenierte daraufhin TURANDOT an der Oper Graz.  Gürbaca studierte Regie an der Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler’ in Berlin. Ihre Ausbildung wurde ergänzt durch Meisterkurse u. a. bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny. Es folgten Engagements an Häusern wie der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin, der Wiener Volksoper, der Oper Graz, der Oper Leipzig, der Deutschen Oper am Rhein, dem Theater Bremen, am Festspielhaus Baden-Baden, der Opera Novosibirsk, beim Lucerne Festival u. v. a. Seit Beginn der Spielzeit 2011-2012 ist Tatjana Gürbaca Operndirektorin am Staatstheater Mainz, wo sie bereits mehrfach inszenierte.

Michael Klügl, Intendant Staatsoper Hannover

Geboren 1954 in Offenbach am Main, lernte Michael Klügl Klavier, Kompositionslehre und Violoncello am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main und studierte anschließend Musikwissenschaft, Philosophie, Germanistik und Geschichte in Marburg. Parallel arbeitete er als Musik- und Theaterkritiker für die ‚Frankfurter Allgemeine Zeitung’. 1985 erfolgte der Wechsel ans Theater, mit einer Dramaturgiemitarbeit und Regieassistenz an der Oper Frankfurt unter der Direktion Gielen/Zehelein. Als Musikalischen Leiter holte ihn im selben Jahr Intendant Friedrich Schirmer an die Landesbühne Esslingen; ab 1986 war Michael Klügl als Dramaturg am Theater Oberhausen, am Bremer Theater und an der Hamburgischen Staatsoper engagiert. 1994 ging er als Stellvertretender Operndirektor ans Nationaltheater Mannheim; 1998 wurde er als Intendant ans Landestheater Linz berufen, dessen vier Sparten er acht Jahre lang leitete. Seit Beginn der Spielzeit 2006-2007 ist Michael Klügl Opernintendant und Geschäftsführer der Niedersächsischen Staatstheater Hannover GmbH.
Michael Klügl hatte Lehraufträge an den Musikhochschulen Bremen und Hamburg inne, veröffentlichte Beiträge in zahlreichen Fachzeitschriften und verfasste das Libretto zu Giorgio Battistellis Oper DIE ENTDECKUNG DER LANGSAMKEIT.

Dominique Mentha, Intendant Luzerner Theater, Schweiz

Der gebürtige Berner studierte zunächst Konzert- und Operngesang bei Ernst Haefliger, später Regie bei August Everding an der Musikhochschule in München. Seine rege Tätigkeit als Konzert- und Opernsänger machte ihn in Deutschland, Österreich und Frankreich sowie in der Schweiz bekannt. 1987 wurde Dominique Mentha Oberspielleiter am Stadttheater Würzburg, anschließend übernahm er dieselbe Funktion an den Städtischen Bühnen Münster. 1992 ging er als Direktor an das Tiroler Landestheater in Innsbruck. Von 1999 bis 2003 wirkte er als Künstlerischer Leiter an der Volksoper Wien. Bis heute inszenierte er im Bereich Musiktheater über siebzig Werke in Deutschland, Österreich, in der Schweiz und in den USA. Seit 2004 ist Dominique Mentha Direktor des Luzerner Theaters und ist zusätzlich Künstlerischer Leiter des renommierten Nachwuchsgesangswettbewerbs ‚Concours Ernst Haefliger’.

Birgit Meyer, Intendantin Oper Köln

Geboren 1960 in Köln, studierte Birgit Meyer Humanmedizin an der Universität Regensburg und München und arbeitete als Ärztin an der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg sowie am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. Parallel zu ihrer Promotion begann Meyer 1986 in München ein Studium der Theaterwissenschaften mit dem Schwerpunkt Musiktheater. 1992 wurde Meyer als Dramaturgin ans Tiroler Landestheater Innsbruck engagiert. Dort wirkte sie bis 1999, zuletzt als Leitende Dramaturgin des Musiktheaters. Ab September 1999 war Meyer Chefdramaturgin und Mitglied der Direktion an der Volksoper Wien (1999 bis 2003 unter Dominique Mentha, 2003 bis 2007 unter Rudolf Berger und 2007 bis 2009 unter Robert Meyer). Unter der Intendanz von Uwe Eric Laufenberg (seit der Spielzeit 2009-2010; ‚Opernhaus des Jahres 2011-2012’) war Meyer Stellvertretende Intendantin und Operndirektorin der Kölner Oper. Sie erhielt mehrere Lehraufträge, so erstmals im Sommersemester 2004 an der Bayerischen Theaterakademie München im Studiengang Dramaturgie. Weiterhin arbeitet sie zusammen mit der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Abteilung für Musikpädagogik und dem Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien. Am 6. August 2012 wurde Meyer durch den Hauptausschuss der Stadt Köln für drei Interimsspielzeiten bis 2014-2015 zur Opernintendantin bestellt. Birgit Meyer setzt ihre erfolgreiche Arbeit an der Oper Köln fort und wird auch die ersten beiden Spielzeiten im sanierten Opernhaus am Offenbachplatz gestalten. Der Rat der Stadt Köln beschloss die Verlängerung ihres Intendantenvertrages bis 2017.

Sven Müller, Intendant, Oper Kopenhagen, Dänemark

Sven Müller wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Musikwissenschaft an der Universität Hamburg schloss er ein Studium der Opernproduktion an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg ab, zudem studierte er Klavier und Violine.
Nach einigen Jahren als freier Regisseur und Regieassistent in ganz Europa war er von 2000 2003 Leiter des künstlerischen Betriebsbüros an der Grazer Oper, von 2004 bis 2006 deren Operndirektor. Von 2007 bis 2008 übernahm Müller die Stelle des Stellvertretenden Leiters der Nationaloper Sao Carlos in Lissabon. 2008 wechselte er nach Kopenhagen, wo er zunächst Ensemblechef war und seit Januar 2012 als Opernchef tätig ist.

Florian Scholz, Intendant Stadttheater Klagenfurt

Geboren in Heidelberg, studierte Florian Scholz Schauspiel in Paris und an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch sowie Kulturmanagement an der Universität Zürich. Er arbeitete als Schauspieler an verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, anschließend als Regieassistent an der Berliner Schaubühne, als Assistent des Generalintendanten Stephan Märki am Deutschen Nationaltheater in Weimar und als Assistent von Gerard Mortier an der Opéra national de Paris. 2003 besuchte er die Meisterklasse bei C. Bernd Sucher bei den Salzburger Festspielen und 2004 trat er das Aufbaustudium zum Theaterleiter ‚Executive Master of Arts Administration‘ an der Universität Zürich an.  Ab 2006 arbeitete er als Referent von Nikolaus Bachler an der Bayerischen Staatsoper, seit 2008 als Direktor für Internationale Beziehungen und Sonderprojekte. Seit der Spielzeit 2012-2013 ist Florian Scholz Intendant am Stadttheater Klagenfurt.

Martin Schüler, Intendant Staatstheater Cottbus

Martin Schüler studierte Opernregie an der Hochschule für Musik ‚Hanns Eisler’ in Berlin. Seit 1991 ist Martin Schüler Operndirektor am Staatstheater Cottbus. Einen überregionalen Ruf erwarb sich das Opernensemble unter anderem mit semiszenischen Inszenierungen wie von Jacques Offenbachs DIE RHEINNIXEN oder Verdis IL TROVATORE. In dieser besonderen Aufführungspraxis wurde es außerdem möglich, mit RHEINGOLD die Arbeit an einem eigenen Cottbuser RING in Angriff zu nehmen.
Mit Beginn der Spielzeit 2003-2004 übernahm Schüler das Amt des Intendanten und den Vorsitz des Vorstandes der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus, die das Staatstheater Cottbus und das Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus seither unter einem Dach vereint. Unter seiner Leitung hat sich das Staatstheater Cottbus der besonderen Idee verschrieben, die Qualitäten aller Sparten des Hauses zusammenzuführen und als Mehrspartenprojekte mit Oper, Schauspiel und Orchester zur Aufführung zu bringen.
Zudem unterrichtet Martin Schüler verschiedentlich in Zürich, Rostock und wirkt als Mentor an der Kammeroper Schloss Rheinsberg (2000, 2010). Gastinszenierungen führten ihn an die Opernhäuser in Graz, Bremen, Saarbrücken und Mannheim, wo er in der Spielzeit 1999-2000 Wagners RING DES NIBELUNGEN inszenierte. Im März 2001 erhielt Martin Schüler den Förderpreis Musik des Berliner Kunstpreises, und er wird im Frühjahr 2013 den RING mit GÖTTERDÄMMERUNG erfolgreich abschließen.

Peter Theiler, Intendant Staatstheater Nürnberg

Geboren 1956 in Basel, arbeitete Peter Theiler schon während seines Studiums (Geschichte und Deutsche Literaturwissenschaft) als Regieassistent u. a. am Grand Théâtre de Genève und an der Oper Frankfurt.In der Spielzeit 1987/88 erhielt er sein erstes Engagement als Regisseur am Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, ein Jahr später wechselte er als Betriebsdirektor und Regisseur an die Opéra de Nice.
Von 1991 bis 1995 war Peter Theiler Direktor der ‚Perspectives’, dem einzigen französischen Theaterfestival außerhalb Frankreichs mit Sitz in Saarbrücken. Parallel übernahm er einen Lehrauftrag für szenischen Unterricht am Opernstudio der Musikakademie Basel. Zwei Spielzeiten lang – von 1994 bis 1996 – war Theiler als Oberspielleiter und Bühnenbildner der Oper am Nationaltheater Mannheim engagiert, ehe er mit der Saison 1996-1997 als Direktor des ensemble Theâtre des Régions Biel/Bienne-Solothurn zurück in seine Schweizer Heimat ging. In der Spielzeit 2001-2002 übernahm er als Generalintendant die Leitung des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen und wurde von dort als Staatsintendant an das Staatstheater Nürnberg zum Spielzeitbeginn 2008-2009 berufen. Für sein Engagement zur Vermittlung des französischen Theaters in Deutschland wurde er 1996 vom französischen Kulturminister zum ‚Chevalier des Arts et des Lettres’ ernannt. Im Juli 2012 wurde Peter Theiler zum Honorarkonsul der Schweiz ernannt.